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Drei-Freunde-Grundschule Scholen mit Außenstelle Sudwalde

Vor dem Hintergrund sinkender Schülerzahlen beschloss der Samtgemeinderat Schwaförden im Rahmen der Niedersächsischen Schulstrukturreform im September 2005, die Grundschulstandorte Ehrenburg, Schwaförden und Scholen am Standort Scholen zusammen zu legen. Dieser Entscheidung waren kontrovers geführte Auseinandersetzungen vorausgegangen, und so erschien es allen Verantwortlichen wichtig, den Neuanfang bewusst mit vielen gemeinsamen Aktivitäten zu gestalten.

Eltern und Lehrer planten klassen- und standortübergreifende Veranstaltungen und übernahmen abwechselnd die Organisation und Durchführung eines Spielenachmittags und einer Projektwoche zum Thema „Indianer“. Auch die Idee, der Schule einen neuen Namen zu geben, fand große Zustimmung. Im Frühjahr 2006 gingen im Rahmen eines Wettbewerbs viele Vorschläge ein. Die Eltern- und Lehrerjury einigte sich einvernehmlich auf den Namen "Drei-Freunde-Grundschule Scholen".

Unser Namenspate Helme Heine war mit der Verwendung seiner Freunde einverstanden. Er zeichnete sogar exklusiv für uns das Schullogo, auf das wir sehr stolz sind. Zur Namensfeier am 07.09.2007 schrieb Helme Heine:

» Drei Schulen unter einem Dach zu vereinen, das ist sicherlich so spannend und schön wie unsere Freundschaft. Denn wir - Johnny Mauser, Franz von Hahn und der dicke Waldemar- leben auch unter einem gemeinsamen Dach in Mullewapp. Jeder von uns hat seine eigenen Wünsche, unterschiedliche Lieblingsspeisen und andere Träume, aber trotzdem sind wir Freunde. Denn wie heißt es in unserem Lieblingslied: Die Freundschaft ist ein großer Schatz und hat im kleinsten Herzen Platz. Es grüßen Euch Johnny, Franz von Hahn und Waldemar und Helme Heine. «

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Hier kamen also jetzt Freunde aus drei Schulstandorten zusammen. Die Zahl DREI steht dabei für uns auch für die Zusammenarbeit aller an der Schule beteiligten Gruppen: ELTERN - LEHRER - SCHÜLER und SCHULE - GEMEINDE - KIRCHE sowie SCHULE - SCHULTRÄGER - SCHULBEHÖRDE.

Freunde waren für alle hier zum Neuanfang besonders wichtig: Freunde zum Zuhören, zum Helfen, zum Lachen. Freunde, die kritisch Stellung nehmen zu dem, was der andere tut. Freunde, die sich so nehmen, wie sie sind. Freunde, die gemeinsam Dinge tun können, die sie allein nicht schaffen.

Scholen liegt im Landkreis Diepholz, Niedersachen, südlich vom Naturpark Wildeshauser Geest ungefähr in der Mitte zwischen Bremen und Osnabrück. Durch den Ort führt die B 61, und Scholen ist zwischen Bassum und Sulingen zu finden.

Seit dem Schuljahr 2016/2017 gehört auch die Grundschule Sudwalde als Außenstelle zur Drei-Freunde-Grundschule Scholen. Sudwalde liegt am Südostrand des Naturparks Wildeshauser Geest ungefähr in der Mitte zwischen Bremen und Minden. Durch den Ort führt die L356, Sudwalde ist zwischen Syke und Sulingen zu finden. Die Gemeinde, die sich im Quellgebiet der Hache befindet, gehört ebenfalls der Samtgemeinde Schwaförden an.

Wurden im ersten Jahr nur die ersten Klassen und eine vierte Klasse in der Außenstelle Sudwalde unterrichtet, so werden nun am Standort Sudwalde ausschließlich die ersten und die zweiten Klassen beschult. In Scholen besuchen die Kinder der dritten und vierten Klassen die Schule.

Unsere Schüler kommen nun also aus allen Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Schwaförden: Affinghausen, Ehrenburg, Neuenkirchen, Scholen, Sudwalde und Schwaförden. Diese Gemeinden erstrecken sich über ein Gebiet von knapp 150 km2. Deshalb haben unsere Schüler zum Teil lange Buswege.
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Unsere Leitsätze

Freunde nehmen sich Zeit füreinander

ZEIT war und ist nach wie vor ein großes Thema in vielen unserer offiziellen und inoffiziellen Gespräche.
Zeit, die wir nicht haben.
Zeit, von der wir nicht wissen, woher wir sie noch nehmen sollen.
Zeit, die wir so gern hätten, um unserem Ziel, gute pädagogische Arbeit zu leisten, gerecht zu werden.

Bei Helme Heine heißt es: „Freunde haben ZEIT füreinander.“

Gute pädagogische Arbeit, gutes Lernen und Lehren zeichnet sich für uns vor allem dadurch aus, dass wir uns bewusst Zeit nehmen, die Kinder bei der Aneignung von Wissen über die Welt anzuleiten und zu begleiten.

Deshalb lautet unser Motto: Freunde nehmen sich Zeit füreinander.

Daraus leiten wir folgende Leitsätze ab:

Wir nehmen uns Zeit
für guten Unterricht und die Belange der Schüler
für die Eltern
für die Gestaltung der Schule und der Klassenräume
für die Arbeit am Schulprogramm
für die Kooperation mit den Kindergärten und den weiterführenden Schulen
für die Kooperation mit außerschulischen Partnern


Unser Schulprogramm (PDF 531 kByte)

Die Grundschule Scholen 1979 - 2005
von Elke Schwarz, Lehrerin an der Schule seit 1973

Seit 1979 wird die Schule in Scholen als reine Grundschule geführt. Kinder aus der Gemeinde Scholen mit Anstedt und Blockwinkel besuchen die einzügige Grundschule. Seit 1981 werden auch Kinder aus dem Einzugsbereich der Gemeinde Neuenkirchen mit Göddern und Cantrup in Scholen beschult.

Dieser Umstand erfordert bauliche Maßnahmen. Im Jahr 1990 erhält die Grundschule einen Verwaltungstrakt mit Schulleiterzimmer, einem größeren Lehrerzimmer sowie eine Bücherei und einen Lehrmittelraum. 1996 erfolgt dann der zweite Anbau, der 1997 eingeweiht wird. Es entstehen zwei weitere Klassenräume, einer der Räume wird als Mehrzweckraum konzipiert. Dieser
Anbau ist erforderlich, weil einige Schuljahrgänge zweizügig geführt werden.

Zu diesem Zeitpunkt umfasst das Lehrerkollegium sechs Lehrkräfte: Rainer Degen, Dorothea Dahms-Stamme, Silvia Gellermann, Peter Mohorn, Elke Schwarz und Hans Werner Westrup. Leiter der Grundschule Scholen ist bis zum Juli 2005 Rainer Degen.

Während seiner Amtszeit wird die GS Scholen in das Comenius-Projekt aufgenommen. Sehr enge Kontakte bestehen nach Lettland (Kusa im Bezirk Madona) und Schweden (Mellerud). Die Europa-Karte in einem der Klassenräume zeugt davon und erinnert an das Treffen im Mai 2005 aller zugehörigen Schulen aus Rumänien, Polen, Spanien, Slowenien, Schweden und Lettland.

Hervorzuheben ist auch die gute Zusammenarbeit von Schule und Elternschaft. Viele Vorhaben ließen sich durchführen dank des Engagements der Eltern, sei es die Schwimmbegleitung, Schmücken des Erntewagens, Durchführung von Schulfesten, Weihnachtfeiern und Projektwochen sowie die Mitgestaltung der Außenanlagen.

Im August 2005 wird Frau Irmtraud Pallasch mit der kommissarischen Schulleitung beauftragt. Nach erfolgreicher Bewerbung wird sie zur Rektorin ernannt.

Mit Beginn des Schuljahres 2006/2007 wird dann der dritte Anbau vollendet. Drei neue Klassenräume sowie ein Gruppenraum kommen hinzu. Sie sollen u.a. Platz bieten für die Grundschüler aus Ehrenburg und die Schulanfänger aus den Einzugsbereichen der Grundschulen Scholen, Schwaförden und Ehrenburg.

Im Schuljahr 2007/2008 ziehen die letzten beiden Klassen aus Schwaförden um. Dem Zusammenschluss der drei Grundschulen folgt die Namensgebung. Die Grundschule Scholen heißt nun „Drei-Freunde-Grundschule Scholen“.


Chronik der Grundschule Scholen (2001 – 2007)
von Marie- Luise Bohlen, Elternratsvorsitzende 2004-2006

Die Grundschule Scholen war zu dieser Zeit eine kleine, überschaubare Grundschule, die mit wenigen Ausnahmen einzügig geführt wurde. Das Einzugsgebiet erstreckte sich über die Gemeinden Scholen und Neuenkirchen mit den dazu gehörigen Ortschaften Anstedt, Blockwinkel, Göddern und Cantrup. Mit Reiner Degen als Schulleiter und einem Lehrerkollegium von weiteren vier Lehrern (Herr Mohorn, Frau Schwarz, Frau Gellermann, Frau Stamme) fand der Unterricht nach dem Klassenlehrerprinzip statt. Die Klassen wurden überwiegend von ihren KlassenlehrerInnen unterrichtet, einige so genannte Nebenfächer wurden auch von Fachlehrern übernommen. So lernten die Kinder in der 3. und 4. Klasse auch andere Lehrkräfte kennen und wurden darauf vorbereitet, dass in der Orientierungsstufe der Unterricht durch mehrere verschiedene LehrerInnen erteilt würde. Da es in Niedersachsen noch die Orientierungststufe gab, lag der Druck, die Schüler nach ihrem Können und Verhalten bezüglich der Einstufung für die weiterführenden Schulen zu beurteilen, noch nicht auf den Lehrerkollegien der Grundschulen. Dies sorgte für ein entspanntes Lehren, Lernen und Arbeiten. Neben dem Lehrplan gab es schon zu dieser Zeit AGs wie Tanzen, Plattdeutsch, Kochen, Schach, Computer. Auch gab es schon recht früh in Scholen ab der 3. Klasse Englischunterricht. Förderunterricht wurde ebenfalls erteilt. Jeden Mittwoch fuhren alle Schüler, mehrere Lehrer und einige Eltern zusammen nach Sulingen ins Schwimmbad. Dies führte dazu, dass die Schüler der Scholer Schule früh schwimmen lernten und Schwimmabzeichen erwarben.

Die Elternarbeit beschränkte sich zu dieser Zeit überwiegend auf die Vorbereitung von Schulveranstaltungen und auf die Unterstützung der Lehrer und des Schulleiters bei verschiedenen Unternehmungen. An dieser Stelle sind besonders die Weihnachtsfeiern und Schulfeste im Sommer, die alljährlich stattfanden, zu erwähnen. Alle Schüler, Eltern und Geschwisterkinder wurden dazu eingeladen, und auch Großeltern und andere nahe stehende Verwandte konnten daran teilhaben.

Die Weihnachtsfeier fand bei Kaffee und Kuchen, der von Eltern gebacken und verteilt wurde, und mit dem Besuch des Weihnachtsmannes im von Lehrern und Eltern geschmückten Dorfgemeinschaftshaus des Nachbarortes Neuenkirchen statt.

Das Schulfest kurz vor den Sommerferien hatte eher den Charakter eines Spiel- und Sportfestes, in dem Familien mit großem Spa1 gegeneinander wetteiferten. Das Fest fand auf dem sehr weiträumigen und schön gelegenen Außengelände der Schule statt. Neben Kaffee und Kuchen, für den die Eltern sorgten, wurden auch Getränke ausgegeben und gegrillt. Auch bei den Vorbereitungen für die Spiele, dem Aufbau der Pavillons, der Biergartengarnituren und der Besorgung von Getränken beteiligten sich die Eltern. Beide Feste wurden zum Anlass genommen, das Können der Schüler in unterschiedlichen Bereichen darzubieten. Insbesondere wurden kleine Theaterstücke aufgeführt, Lieder gesungen und das Können an Instrumenten und im Tanz vorgestellt. Sie waren große Ereignisse im Schulleben, und wurden begeistert von jung und alt gefeiert.

Auch die Bundesjugendspiele, der Fahrradunterricht und die Fahrradprüfungen der 4.-Klässler fanden in Unterstützung der Eltern statt. Eine Projektwoche in der Vorweihnachtszeit wurde von Lehrern und Eltern gemeinsam veranstaltet. Alle Eltern konnten dazu beitragen und sich mit verschiedenen Bastelangeboten zur Verfügung stellen. Mo. Di. und Fr. wurde gebastelt, gemalt und gebacken, und die fertig gestellten Arbeiten der Kinder wurden in der Adventszeit ausgestellt und schmückten den Flur und die Klassenräume. Die Kinder hatten so schon gleich das eine oder andere Geschenk für ihre Eltern oder Verwandten zu Weihnachten. Auch wurden Lieder gesungen und Gedichte vorgetragen, und somit gleich noch mal geübt für die bevorstehende Weihnachtsfeier. Am Mi. der Projektwoche fuhren alle Schüler und Lehrer ins Schwimmbad, und Do. zu einem Theaterstück. Einige Eltern waren selbst einmal Schüler der Grundschule und kannten aus ihrer eigenen Schulzeit die eine oder andere Lehrkraft. Auch das trug dazu bei, dass zwischen Eltern, Kollegium und Schulleitung ein sehr persönliches Verhältnis vorherrschte. Einige Schulelternratsvorsitzende waren über sehr lange Zeiträume (bis zu acht Jahren) in ihrem Amt.

Neben den oben genannten Schulfesten beteiligte sich die Grundschule auch an den traditionellen Dorffesten zum Erntedank. In den Gemeinden Scholen, Neuenkirchen und Blockwinkel wurden von den Lehrern, Schülern und Eltern Erntewagen geschmückt, die an den jeweiligen Umzügen teilnahmen. Von den Orts angehörigen Schülern und Schülerinnen wurden in den Festzelten Gedichte zum Erntedank oder über den Herbst vorgetragen und auch Lieder, von einigen Lehrern auf der Gitarre begleitet, der Dorfbevölkerung vorgesungen.

Im Jahr 2001 wurde über die mögliche Abschaffung der Orientierungsstufe nachgedacht. Viel schneller als erwartet kam es dann zur Durchführung dieser Reform, so dass die Schüler des Jahrganges 2003/2004 erstmalig direkt von der Grundschule auf die weiterführenden Schulen wechselten. Dies führte wie auch an anderen Grundschulen zu einer grundlegenden Veränderung. Von nun an mussten Schullaufbahnempfehlungen ausgesprochen werden und alle Schüler schon sehr früh bezüglich ihrer schulischen Möglichkeiten beurteilt werden. Im Jahr 2002 wurde die Verlässliche Grundschule eingeführt, wobei zu erwähnen ist, dass der Schulleiter schon zuvor großen Wert auf die Verlässlichkeit bei der Verteilung der Unterrichtsstunden gelegt hatte, verglichen mit anderen Grundschulen zum Vorteil für berufstätige Eltern.

Mit Ende des Schuljahres 2004/2005 begab sich Reiner Degen, nachdem er über 30 Jahre in Scholen tätig war, in seinen wohlverdienten Ruhestand. Es fanden verschiedenste Verabschiedungsfeierlichkeiten statt, seitens des Kollegiums, der Gemeindeverwaltung als Schulträger und auch seitens der Schulbehörde. Im Rahmen des Schulfestes verabschiedeten sich auch die Eltern und Schüler von ihrem langjährigen Schulleiter, und überraschten ihn u.a. mit dem Auftritt seiner ersten Schulklasse, die er vor vielen Jahren als Klassenlehrer unterrichtet hatte.

Mit der Verabschiedung von Reiner Degen wurde nun die Elternarbeit zunehmend schulpolitischer. Im Frühjahr 2005 fanden die ersten Treffen des Schulelternrates der Grundschule Scholen mit den Elternräten der anderen Schulstandorte der Samtgemeinde Schwaförden statt. Die Eltern der Scholer Schule waren beunruhigt darüber, dass nach Ausscheiden von Herrn Degen die Grundschule womöglich ohne eigene Schulleitung sein könnte, und es gab unterschiedlichste Informationen über den möglichen weiteren Verlauf. Auf Grund von abnehmenden Schülerzahlen war abzusehen, dass die Schulstandorte Schwaförden und Ehrenburg auf Dauer nicht einmal mehr einzügig geführt werden könnten, zu „Zwergschulen“ würden. So entstand die Idee, die Schulstandorte Scholen, Schwaförden und Ehrenburg zusammen zu legen. Durch die Abschaffung der Orientierungsstufe wurden in Schwaförden und Ehrenburg Haupt- und Realschulstandorte eingerichtet, und die Gebäude, in denen die ortsansässigen Grundschulen eingerichtet waren, gehörten dem Landkreis, der nicht Schulträger der Grundschulen ist. Dieser kündigte Eigenbedarf bezüglich der von den Grundschulen benutzten Räumlichkeiten an, so dass deren Verbleib unklar war. Viele Informationsveranstaltungen und Diskussionsabende fanden statt, und es brauchte eine gewisse Zeit, ehe Eltern, Schulleitungen und Schulträger, Gemeinderat und Landesschulbehörde sich einig waren über die Zusammenlegung an sich, und an welchem Standort diese stattfinden könnte. Auch wurde über die damit verbundenen (Um)baumaßnahmen und Kosten debattiert und entschieden, so wie man sich ebenfalls einigen musste, unter welcher Schulleitung eine gemeinsame Grundschule weiter geführt werden sollte.

Nachdem Reiner Degen das Amt des Schulleiters niederlegte, übernahm Frau Pallasch, die bis dahin Schulleiterin der Grundschule Schwaförden war, die kommissarische Leitung der Grundschule Scholen. Es wurde beschlossen, eine gemeinsame Grundschule am Schulstandort Scholen zu erhalten. Der notwendigen Umbau begann im Winter 2006 und musste bis zur Einschulung 2006/2007 fertig gestellt sein. Im Februar fand dann der erste gemeinsame Karneval, organisiert und veranstaltet vom Förderverein Miteinander in Unterstützung von Eltern, in der Grundschule in Scholen statt. Hier konnten sich die Kinder der verschiedenen Schulen schon einmal kennen lernen. Aus dem gleichen Beweggrund veranstalteten die Eltern der drei Standorte im Frühsommer ein Spiel ohne Grenzen für ihre Kinder, welches ein großer Erfolg war.

Sowohl die Schüler als auch Lehrer der Grundschulen Ehrenburg und Schwaförden bereiteten sich auf ihren Umzug vor, der dann mit Schuljahresbeginn stattfand. Ausnahmen vom Umzug bildeten die 2., 3. und 4. Klasse in Schwaförden, die an ihrem Schulstandort verblieben, jedoch als Außenstelle der Grundschule Scholen angegliedert wurden. Frau Pallasch wurde Schulleiterin des neuen gemeinsamen Schulstandortes in Scholen, und meisterte in ihrer besonnenen und professionellen Art die Umstrukturierung trotz aller Turbulenzen. Der Förderverein Miteinander der Grundschule Schwaförden erklärte sich bereit, bei entsprechendem Interesse mit nach Scholen umzuziehen, wo er nun seinen Aufgaben zum Wohle der Schüler und der Schule nachkommt. Es fanden sich sowohl neue Mitglieder als auch engagierte Eltern für den Vorstand und den Beirat.

Die Mitarbeit und das schulpolitische Engagement von Eltern wird mit Einführung der Selbstverwalteten Schule, der Wahl eines Schulvorstandes und der Entwicklung eines Schulprogramms mehr als je zuvor gefragt sein, und der Einfluss, den Eltern auf das Schulleben haben können, wird womöglich größer. Die von der Schulbehörde eingeleitete Umstrukturierung an den Schulen in Niedersachsen und die Zusammenlegung dreier Grundschulstandorte und deren Lehrerkollegien bringen einen Wandel mit sich, dessen positive Seite auch darin zu sehen ist, das alte Muster und Strukturen aufbrechen und Neues sich entwickeln darf.


Chronik der Grundschule Schwaförden
von Rainer Kaune, Lehrer an der Schule seit 1988

Die Grundschule Schwaförden wurde zu Beginn des Schuljahres 1974/75 ins Leben gerufen. In ihr wurden Kinder aus Schwaförden und Mallinghausen beschult. Die Schule war klein, denn sie war fast immer in allen Klassenstufen einzügig. Auf dem Schulhof jedoch tummelten sich sehr viele Kinder, denn zeitgleich mit der Grundschule hatte Schwaförden im selben Schulkomplex auch eine mehrzügige Orientierungsstufe erhalten, die zuständig war für Schülerinnen und Schüler aus dem Bereich der Samtgemeinde Schwaförden und der Gemeinde Mellinghausen (Samtgemeinde Siedenburg).

Die Grundschulleiterin hieß Ingeborg Rottmann, die zunächst den Titel „Hauptlehrerin“ und später die Dienstbezeichnung „Rektorin“ führte. Insbesondere auf die Existenz der Orientierungsstufe - die in einem großen Neubau-Trakt beheimatet war - war es zu zurückzuführen, dass an die Schwafördener Schulanlage noch eine Sporthalle angegliedert wurde, und zwar am 27.09.1975. Im Sommer 2003 - nach einer 29-jährigen Tätigkeit als Leiterin der Grundschule Schwaförden - endete die Dienstzeit der Rektorin Ingeborg Rottmann. Die Nachfolge gestaltete sich problemfrei. Sie wurde von dem Kollegiumsmitglied Irmtraud Pallasch angetreten.

Mit Ende des Schuljahres 2003/04 war dann das bildungspolitische Aus für die Schulform Orientierungsstufe in Niedersachsen gekommen. An Stelle der abgeschafften Orientierungsstufe sollte nun eine Haupt- und Realschule in das Schwafördener Schulgebäude einziehen. Und von Anfang an war eigentlich klar, dass diese Haupt- und Realschule Erweiterungsgelüste in Richtung Grundschultrakt haben würde. Etliche Mitglieder des Samtgemeinderates Schwaförden sprachen sich bereits für die Schließung des Grundschulstandortes Schwaförden aus. Für den Erhalt der ortsansässigen Grundschule wollte insbesondere der „Förderverein Miteinander der Grundschule Schwaförden“ kämpfen, der seit dem 07. Mai 2004 bestand und in dessem „Beirat“ auch drei Schwafördener Grundschullehrkräfte mitwirkten, nämlich Rektorin Irmtraud Pallasch, Lehrerin Katja Wittenberg und Lehrer Rainer Kaune, der das Amt eines Pressewarts bekleidete.

Die Folgezeit war reich an Sitzungen, Informationsveranstaltungen und Presseartikeln, die allesamt mit der Zukunft der Grundschule Schwaförden zu tun hatten. Mehr und mehr zeichnete sich aber schließlich ab, dass der Grundschulstandort Schwaförden nicht zu erhalten war. Nach einer ziemlich langen Phase der Ungewissheit, wie es wohl weitergehen werde, gab es ein merkliches Aufatmen, als es eines Tages hieß: Die im Nachbardorf Scholen befindliche Grundschule wird ausgebaut werden und dann alle Kinder und alle Lehrkräfte aufnehmen, die aus den Einzugsbereichen der ehemaligen Grundschulen Schwaförden und Ehrenburg stammen.

Als erfreulich empfand man in Schwaförden auch, dass sich Irmtraud Pallasch erfolgreich um die frei gewordene Rektorenstelle an der Grundschule Scholen bewarb, was als ein Stückchen Kontinuität empfunden wurde. Die Schlüsselübergabe an Rektorin Irmtraud Pallasch nach der baulichen Erweiterung der Grundschule Scholen erfolgte am 23. September 2006 in einer Feierstunde an einem Tag der offenen Tür in der Grundschule Scholen. Und natürlich war der Gastgeber die Samtgemeinde Schwaförden.

Aus dem Schwafördener Lehrerkollegium wurden zunächst Rektorin Irmtraud Pallasch und Lehrer Rainer Kaune zum 01.08.2006 nach Scholen versetzt. Erstere, weil sie die Schulleitung übernahm und letzterer, weil er soeben eine vierte Klasse entlassen hatte und es folglich in Schwaförden keinen Arbeitsplatz mehr für ihn gab. Die in Schwaförden verbliebenen Schulkinder und Lehrkräfte wurden natürlich auch von der Scholener Rektorin Irmtraud Pallasch betreut, die regelmäßig auch etliche Stunden in der Grundschule Schwaförden anwesend war.

Alle Erstklässler, die aus Schwaförden und Mallinghausen stammten, hatten mit Beginn des Schuljahres 2006/07 die Grundschule Scholen zu besuchen. Und ein Jahr später dann das gänzliche Aus für die Grundschule Schwaförden. Die neue schulische Heimat für die entsprechenden Kinder und Lehrkräfte hieß mit Unterrichtsbeginn am 30. August 2007: „Drei-Freunde-Grundschule Scholen.“

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